Ärztliche Versorgung in Dingolfing: Strukturfragen rücken in den Fokus!

Am 12.11.2025 hat die Bürgerliste Dingolfing zur Infoveranstaltung über die ärztliche Versorgung in Dingolfing ins Geiger’s Bräustüberl eingeladen.

Der Vortrag der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) in Dingolfing hat deutlich gemacht, dass sich die ambulante medizinische Versorgung – insbesondere im haus- und kinderärztlichen Bereich – zunehmend strukturellen Herausforderungen gegenübersieht. Lange Wartezeiten, fehlende Nachbesetzungen und eine überalterte Ärzteschaft prägen vielerorts bereits heute den Versorgungsalltag.

Auch wenn statistische Versorgungsgrade in einigen Regionen noch akzeptable Werte ausweisen, zeigt sich vor Ort oft ein anderes Bild. Ein hoher Anteil der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte ist über 60 Jahre alt, zahlreiche Praxisnachfolgen sind unklar oder bislang nicht gelungen.

In der Diskussion wurde auch deutlich, dass klassische Förderinstrumente allein diese Entwicklung nicht aufhalten können. Zunehmend zeichnet sich eine klare Tendenz ab: Immer mehr Ärztinnen und Ärzte bevorzugen eine Anstellung gegenüber der klassischen freiberuflichen Tätigkeit in eigener Praxis. Gründe dafür sind planbare Arbeitszeiten, geringeres wirtschaftliches Risiko, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Entlastung von administrativen Aufgaben.

Damit rückt für Dingolfing weniger die akute Unterversorgung in den Vordergrund, sondern vielmehr die zentrale Frage, wie die künftig benötigten Versorgungskapazitäten mit angestellten Ärztinnen und Ärzten verlässlich sichergestellt werden können.

Vor diesem Hintergrund gewinnen kommunale Zentren für medizinische Grundversorgung (MVZ) an Bedeutung. Sie ermöglichen ärztliche Tätigkeit in kooperativen oder angestellten Strukturen und tragen dazu bei, Versorgung langfristig und verlässlich abzusichern.
Dabei ergänzen und entlasten sie bestehende Praxen und eröffnen Kommunen eine aktive Rolle in der Sicherung der medizinischen Daseinsvorsorge.

Der Informationsabend machte deutlich: Die Sicherung der medizinischen Grundversorgung ist weniger eine Frage kurzfristiger Maßnahmen als auch ein strategischer Auftrag an die Stadt, der frühzeitiges Handeln, neue Strukturen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert.