Haushaltsrede 2025 im Stadtrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

bevor ich nun in meiner diesjährigen HH-Rede über die Zukunft spreche, möchte ich zunächst noch
einmal unser ausdrückliches Bedauern zum Rücktritt von unserem Bürgermeister Armin Grassinger
zum Ausdruck bringen. Dass ein engagierter Bürgermeister durch äußere Einflüsse, Drohungen und
Hass zum Rücktritt gezwungen ist, kann nicht scharf genug kritisiert werden. Armin Grassinger hat
gemeinsam mit uns als Stadtrat, den Töchtern der Stadt und allen voran mit den Mitarbeitern der
Stadt viele notwendige, teils überfällige, Projekte auf den Weg gebracht. Ich möchte im Namen
unserer Fraktion unseren ausdrücklichen Dank und großen Respekt für die geleistete Arbeit
aussprechen.

Als bestehendes, demokratisch gewähltes Gremium, müssen wir dennoch den Blick nach vorne
richten. Jeder hier im Raum macht sich Gedanken über die Zukunft unserer Stadt. Die Forderungen
sind bekannt: Die UWG steht für Kontinuität und Bürgernähe. Die CSU fordert ein grünes Band durch
Dingolfing und den Ausbau von Radwegen. Die SPD fordert mehr Transparenz und setzt sich für das
Bürgerheim ein. BfB setzt beharrlich Schwerpunkte und Akzente für eine attraktive Innenstadt und
ein breites Freizeitangebot für junge Menschen.

Auch unsere Forderungen sind bekannt: Mehr kulturelles Leben – konkret die Entwicklung eines
Kulturzentrums der ehemaligen Brauerei Wasserburger; wirtschaftliche Diversität – mittelfristig ein
Gründerzentrum; eine bessere gesamtärztliche Versorgung; bestmögliche Bildungsmöglichkeiten-
angefangen bei den Kleinsten in den Kitas, hinweg über ausreichend Kindergartenplätze und bessere
Rahmenbedingungen im schulischen Bereich; bezahlbaren und verfügbaren Wohnraum für Jung &
Alt; mehr Einsatz im sozialen Sektor und eine bestmögliche Vereinsförderung.

Long story short: die soeben beispielhaft genannten Forderungen unterstreichen, dass alle in diesem
Raum Dingolfing weiterentwickeln wollen. Die Forderungen und Vorschläge sind es wert ausführlich
und sachlich darüber zu diskutieren. Aber sie sind Stückwerk. Radweg hier. Bisschen Kultur dort. –
Alles berechtigt! Aber wohin wollen wir?

Die Welt diskutiert über selbstfahrende Autos, autonomen ÖPNV, über KI-gesteuerte
Mobilitätsnetze, über autonome Lieferroboter oder hybride Shopping-Systeme.

Wir diskutieren darüber ob und wo wir noch einen Trinkwasserbrunnen installieren können.

Das mag eine berechtigte Diskussion sein. Was uns als Gremium aber fehlt ist das „big picture“, das
Ziel vor Augen. Wo ist die Vision für unsere Zukunft – für die Zukunft unserer Kinder, Enkel, Urenkel?
Wie soll Dingolfing 2035 – 2040 – 2045 aussehen? Vielleicht hat jeder von uns, jede Fraktion sogar
eine Antwort darauf. Aber es geht nicht darum was der Einzelne will. Es geht darum in welche
Richtung wir als demokratisch gewählte Vertreter der Stadt wollen – nicht für uns persönlich,
sondern für unsere Mitbürger und unsere Stadt.

Ich könnte nun noch einmal unsere Forderungen wiederholen und vertiefen. Tu ich aber nicht.
Wir fordern übergeordnet eine Vision für Dingolfing mit all seinen Ortsteilen. Wir fordern eine breit
angelegte Initiative mit aktiver Bürgerbeteiligung, mit Beteiligung unserer Unternehmen, Vereine
und sozialen Einrichtungen. Zudem kann eine regelmäßige kommunalpolitische Klausurtagung,
gepaart mit Know-How von Experten für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung zu einer fruchtbaren
Vision für Dingolfing führen.

Das ist unsere zentrale Forderung – Wir müssen hin zur großen übergeordneten Vision für uns alle.
Dadurch würde unser vermeintlich neuer Slogan „Dein Dingolfing“ auch gleich eine ganz andere und
tiefere Bedeutung bekommen. Diese Forderung stelle ich wohlgemerkt nicht das erste Mal.

Wir müssen weg vom „ich“ und hin zum „wir“. Die Herausforderungen der Zukunft, u. a. aufgrund
der gesamtwirtschaftlichen Lage in unserem Land, werden größer. Dessen müssen wir uns bewusst
werden! Diese Herausforderungen können wir nur gemeinsam lösen – lasst uns gemeinsam an einem
Strang ziehen – für die Zukunft unserer Stadt!

Abschließend bedanke ich mich bei allen Kollegen, der Stadtverwaltung, allen Mitarbeitern der Stadt
und bei allen die sich an der Entwicklung unserer Heimatstadt beteiligen und engagieren. Ich
bedanke mich für eine gute Zusammenarbeit und wünsche allen frohe Weihnachten, erholsame
Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Michael Limmer
Fraktionsvorsitzender
04.12.2025