Dingolfing. Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung sind keine fernen Zukunftsvisionen mehr, sondern Werkzeuge, die schon heute das Leben in der Stadt und die Arbeit in Unternehmen verbessern können. Das wurde beim jüngsten Vortragsabend der Bürgerliste Dingolfing im „Um’s Eck“ mehr als deutlich. Unter dem Motto „KI, Digitalisierung und Wandel in Dingolfing“ zeigten die Referenten praxisnah und verständlich auf, welche Chancen die neuen Technologien für Bürger, die Stadtverwaltung und den lokalen Mittelstand bieten.
Friedrich Steininger, der die Veranstaltung moderierte, begrüßte die interessierten Gäste und übergab das Wort an Bürgermeisterkandidat Michael Limmer. Dieser skizzierte seine Vision einer modernen und bürgernahen Verwaltung. „Die neuen Technologien bieten die Möglichkeit, dass die Kommunikation mit der Verwaltung nicht mehr nur zu engen Öffnungszeiten stattfindet, sondern sich den unterschiedlichsten Lebensmodellen der Bevölkerung anpasst“, so Limmer. Er betonte jedoch klar: „Trotz aller Digitalisierung darf der Mensch nicht vergessen werden und das Rathaus muss nach wie vor persönlich erreichbar bleiben.“



Anschließend nahm Dr. Theo Steininger, Geschäftsführer der Erium GmbH, die Zuhörer mit auf eine Reise in die Welt der KI. Anhand konkreter Praxisbeispiele aus seinem Unternehmen erklärte er anschaulich die Funktionsweise von Maschinellem Lernen und Generativer KI. Seine Quintessenz: „KI beschleunigt unsere Arbeit, aber Denken und Entscheiden müssen wir nach wie vor selber.“ Als greifbares Ergebnis dieser Technologie präsentierte er den Chatbot der Bürgerliste, über den bereits über 100 konkrete Anregungen aus der Bevölkerung gesammelt wurden. Besonders häufig genannt: der Wunsch nach einer höheren Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und mehr Sicherheit für Radfahrer.



Alfred Haslbeck, ehemaliger IT-Leiter bei BMW und heute Geschäftsführer der i-LogiX GmbH, stellte die Initiative „ECO System Ostbayern“ vor. Dieses Netzwerk soll Wissenschaft, Wirtschaft und Bürger zusammenbringen, um gerade kleinen und mittelständischen Firmen den Zugang zu neuen Technologien zu erleichtern. Haslbeck ist überzeugt, dass dieses Netzwerk „einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Region und zur Diversifizierung des wirtschaftlichen Angebotes beitragen wird.“
Der Abend zeichnete sich durch seine hohe Informationsdichte und Praxisnähe aus. Statt abstrakter Phrasen erhielten die Teilnehmer konkrete Einblicke und Lösungsansätze. Das Fazit eines Besuchers fasste die Stimmung treffend zusammen: “Schade, dass ich schon bei den anderen Parteien war. Mit dem Wissen von heute hätte ich dort bessere Fragen stellen können. Bei euch ging es in die Tiefe, ich habe viel gelernt, während alle anderen nur an der Oberfläche kratzen.”
