„Fridays For Future“-Vertreterinnen bei der BÜRGERLISTE

Am Donnerstag, 16.5.2019 hatte die BÜRGERLISTE Dingolfing Franziska Sänftl und Andrea Able von Fridays for Future (FFF) Dingolfing im Bubenhofer-Saal zu Gast. Mitveranstalter waren Bündnis90/Die Grünen und die ÖDP.

Moderator Klaus Seufzger und die beiden Referentinnen Andrea Able und Franziska Sänftl

Klaus Seufzger moderierte. Er begrüßte unter den zahlreichen Gästen die Stadträte Hans Aigner, Renè Kleiner und Friedrich Steininger und übergab nach einer kurzen Vorstellung das Wort an die beiden Referentinnen.
Franziska Sänftl sprach über die Entstehungsgeschichte der Fridays For Future Bewegung sowohl weltweit, als auch in Dingolfing.
Begonnen hat es in Stockholm mit Greta Thunberg, die sich mit einem Plakat vor das Parlamentsgebäude gesetzt hat, um für die Einhaltung der Pariser Klimakonferenzziele zu demonstrieren. Dieser Protest weitete sich in kurzer Zeit zu einer weltweiten Bewegung aus und in vielen Städten der Welt gingen SchülerInnen und StudentInnen an den Freitagen auf die Straße. In Bayern gibt es mittlerweile ca. 80 Ortsgruppen, in Deutschland wurde vor Kurzem die Zahl 500 geknackt.
Franziska Sänftl beschäftigt sich seit 4 bis 5 Jahren mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz, wobei sie anmerkte, dass dieses Thema im Schulunterricht so gut wie gar nicht behandelt wird.
In Februar 2019 fand in Dingolfing eine erste Aktion statt: Es wurde eine Podiumsdiskussion, begleitet von diversen Themenständen, ausgerichtet. Aus Spenden wurden insektenfreundliche Pflanzen und Blumen im Schulgarten gepflanzt.
Am 15.3 fand der erste internationale „Globale Streik“ von FFF statt, bei dem weltweit etwa 1.5 Millionen Menschen auf die Straßen gingen.
Bedingt durch den großen Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ und durch die freitäglichen Proteste der SchülerInnen lud der bayerische Umweltminister zu zwei Klimakonferenzen in Erlangen und München ein. Zur Veranstaltung waren etwa 200 SchülerInnen aus den weiterführenden Schulen und pro Regierungsbezirk zwei VertreterInnen von FFF geladen. Gemeinsam wurden in Workshops Probleme der Themenbereiche Konsum, Energie und Mobilität angesprochen und später im Plenum mit dem Umweltminister Lösungen debattiert.
Außerdem lud Fridays For Future VertreterInnen aller Landtagsfraktionen zu einem Runden Tisch ein, welcher die Entstehung eines Klimagremiums zum Ziel hat. In diesem werden InteressensvertreterInnen aller Gesellschaftsgruppen präsent sein, um gemeinsam bis Ende 2019 ein Klimaschutzgesetz erarbeiten zu können. Franziska Sänftl vertrat Fridays For Future Dingolfing sowohl in der Jugendklimakonferenz, als auch Fridays For Future Niederbayern beim Runden Tisch.
„Nicht die Erde muss gerettet werden, sondern für die Menschheit muss der Planet als Lebensgrundlage erhalten bleiben. Jede*r Einzelne kann dazu beitragen, jedoch haben wir auf viele Prozesse keinen Einfluss, weshalb die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft den nötigen Rahmen schaffen sollte, damit jede*r überhaupt die Chance hat klimaneutral zu leben.“, so Sänftl.
Und weiter: „Deutschland hat die in Paris formulierten Klimaziele, die Einhaltung des 1,5 Grad Zieles mitunterschrieben und deren Umsetzung versprochen.
Deshalb hat Fridays For Future realistische und laut 21.000 WissenschaftlerInnen notwendige Forderungen erarbeitet, die für die Einhaltung unbedingt notwendig und mit dem politischen Willen auch umsetzbar sind. Diese lauten neben einem Kohlausstieg bis 2030, Nettonull bis 2035, eine 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035 und bis Ende 2019 ein Viertel der Kohlekraft abschalten, ein Ende der Subventionen für fossile Energieträger, sowie eine CO2 Steuer.
Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in Zeitungsartikeln und Leserbriefen aufgestellte Behauptung, die SchülerInnen schwänzen die Schule, falsch sei, da in Dingolfing noch nie während der Schulzeit gestreikt wurde und es so gar nicht zu Unterrichtsausfall kommen konnte.
Beide Referentinnen sprachen mehrmals die bevorstehende Europawahl an, da das Europaparlament in den nächsten Jahren wichtige Maßstäbe setzt, was den Umwelt- und Klimaschutz betrifft. „Wir haben nur noch 10 bis 20 Jahre, bevor es zu einem Kipppunkt kommt und wir nichts mehr aufhalten können. Deshalb rufe ich Sie auf nachhaltig und zukunftsdenkend wählen zu gehen, das sind Sie allen schuldig, die noch nicht wählen gehen dürfen.“
Von Andrea Able wurde noch auf den zweiten globalen Klimastreik am 24.5.2019 hingewiesen, der um 13 Uhr am Caprima-Parkplatz beginnt und später am Marienplatz mit einer Kundgebung endet. Alle BürgerInnen sind dazu herzlich eingeladen.
Anschließend standen die beiden Aktivistinnen für Fragen zur Verfügung und es kam zu einer interessanten Diskussion.
Klaus Seufzger beendete die Veranstaltung und bedankte sich unter heftigem Applaus bei den beiden Referentinnen.

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